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Gottfried Keller: Gedichte - Kapitel 107
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorGottfried Keller
senderh.guhl@bluewin.ch
created1999
modified20170529
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Jesuitenzug 1843

       

Hussa! Hussa! Die Hatz geht los!
Es kommt geritten klein und gross,
Das springt und purzelt gar behend,
Das kreischt und zetert ohne End':
Sie kommen, die Jesuiten!

Da reiten sie auf Schlängelein
Und hinterdrein auf Drach' und Schwein
Was das für muntre Bursche sind!
Wohl graut im Mutterleib dem Kind:
Sie kommen, die Jesuiten!

Hu, wie das krabbelt, kneipt und kriecht,
Pfui, wie's so infernalisch riecht!
Jetzt fahre hin, du gute Ruh'!
Geh, Grete, mach das Fenster zu:
Sie kommen, die Jesuiten!

»Gewissen, Ehr' und Treue nehmt
Dem Mann und macht ihn ausverschämt
Und seines Weibes Unterrock
Hängt ihm als Fahne an den Stock:
Wir kommen, die Jesuiten!«

Von Kreuz und Fahne angeführt,
Den Giftsack hinten aufgeschnürt,
Der Fanatismus ist Profoss,
Die Dummheit folgt als Betteltross:
Sie kommen, die Jesuiten!

»Wir nisten uns im Niederleib
Wie Maden ein bei Mann und Weib,
Und was ein Schw..n erfinden kann,
Das bringen wir an Weib und Mann:
Wir kommen, die Jesuiten!«

O gutes Land, du schöne Braut,
Du wirst dem Teufel angetraut!
Ja, weine nur, du armes Kind!
Vom Gotthard weht ein schlimmer Wind:
Sie kommen, die Jesuiten!

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