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Gottfried Keller: Gedichte - Kapitel 102
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorGottfried Keller
senderh.guhl@bluewin.ch
created1999
modified20170529
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In den Äpfeln

       

Ich kam zu einem Apfelbaum,
In dessen grünen Ästen
Ein krummer Zwerg den frischen Schaum
Der Äpfel sog, der besten.

Um einen Apfel bat ich ihn,
Da fing er an zu rütteln
Und toll und wild und her und hin
So Frucht wie Laub zu schütteln.

Ich ass wie ein begier'ger Mann
Und liess es mich gelüsten,
Nicht achtend, wie der Zwerg begann,
Die Krone zu verwüsten.

Da sang ein Vogel: »Iss, du Held!
Du hast den Witz gefunden:
Das Laub, das mit daneben fällt,
Bedeutet deine Stunden!«

Da jagt' ich Kobold Unverstand
Herunter aus den Zweigen
Und unternahm, mit Fuss und Hand
Bedacht hinanzusteigen.

Nun sass ich selber auf dem Baum,
Nach Äpfeln auszuspähen,
Und ich genoss den süssen Schaum,
Die Blätter liess ich stehen.

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