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Gedichte

Justinus Kerner: Gedichte - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
authorJustinus Kerner
year1981
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170530
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Die gute Stadt
Ludwigsburg
an
das alte gute Recht

            Wenn alle untreu werden,
    So bleib ich Dir doch treu,
Daß Dankbarkeit auf Erden
    Nicht ausgestorben sei.

Zu Dir steht ohne Wanken,
    O gutes Recht! mein Sinn,
Hab ich ja Dir zu danken,
    Daß ich am Leben bin.

Du gutes Recht! Mit Schweigen
    Sahst Du vom Truchensitz
Das ganze Land als eigen
    Der Hure Grävenitz!

Aus andrer Städte Kassen
    Ward ich von ihr erbaut,
Stand Stuttgart zwar verlassen,
    So war's in mir doch laut.

Lag zwar das Land in Trauer
    Stumm und zerrüttet ganz,
Gab doch in meiner Mauer
    Die Hure Spiel und Tanz.

Die andern Städte alle
    Zwar wurden arm und klein,
In meines Schlosses Halle,
    Da flossen Fett und Wein.

Das war zu Deinen Tagen,
    Du altes, gutes Recht!
Drum muß ich herzlich klagen,
    Wenn man Dich nennet schlecht.

Du zogst nur Deine Mütze
    Manchmal ins Aug' herein,
Du schliefst nur auf dem Sitze
    Der Truche manchmal ein.

Vom Schloß zur Stadt geworden,
    Durch Deine Garantie,
Wie könnt' ich Dich ermorden?
    Nein! Recht, Dich laß ich nie.

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