Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Ludwig Uhland >

Gedichte

Ludwig Uhland: Gedichte - Kapitel 97
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Uhland
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
created20150819
modified20170601
sendergerd.bouillon@t-online.de und andere
Schließen

Navigation:

Des Knaben Tod

      »Zeuch' nicht den dunkeln Wald hinab!
Es gilt dein Leben, du junger Knab'!« –
»Mein Gott im Himmel, der ist mein Licht,
Der läßt mich im dunkeln Walde nicht.«

Da zeucht er hinunter, der junge Knab',
Es braust ihm zu Füßen der Strom hinab,
Es saust ihm zu Haupte der schwarze Wald,
Und die Sonne versinket in Wolken bald.

Und er kommt ans finstere Räuberhaus;
Eine holde Jungfrau schauet heraus:
»O wehe! du bist so ein junger Knab',
Was kommst du ins Thal des Todes herab?«

Aus dem Thor die mördrische Rotte bricht,
Die Jungfrau decket ihr Angesicht,
Sie stoßen ihn nieder, sie rauben sein Gut,
Sie lassen ihn liegen in seinem Blut.

»O weh! wie dunkel! keine Sonne, kein Stern!
Wen ruf' ich an? ist mein Gott so fern?
Ha, Jungfrau dort im himmlischen Schein,
Nimm auf meine Seel' in die Hände dein!«

 << Kapitel 96  Kapitel 98 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.