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Gedichte

Ludwig Uhland: Gedichte - Kapitel 257
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Uhland
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
created20150819
modified20170601
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Traum

          Es hat mir jüngst geträumet,
Ich läg' auf steiler Höh';
Es war am Meeresstrande,
Ich sah wohl in die Lande
Und über die weite See.

Es lag am Ufer drunten
Ein schmuckes Schiff bereit,
Mit bunten Wimpeln wehend,
Der Ferg' am Ruder stehend,
Als wär' ihm lang die Zeit.

Da kam von fernen Bergen
Ein luft'ger Zug daher:
Wie Engel thäten sie glänzen,
Geschmückt mit Blumenkränzen.
Und zogen nach dem Meer.

Voran dem Zuge schwärmten
Der muntern Kinder viel;
Die andern Becher schwangen,
Musizierten, sangen,
Schwebten in Tanz und Spiel.

Sie sprachen zu dem Schiffer:
»Willst du uns führen gern?
Wir sind die Wonnen und Freuden,
Wollen von der Erde scheiden,
All' von der Erde fern.«

Er hieß ins Schiff sie treten,
Die Freuden allzumal,
Er sprach: »Sagt an, ihr Lieben!
Ist keins zurückgeblieben
Auf Bergen, noch im Thal?«

Sie riefen: »Wir sind alle!
Fahr zu, wir haben Eil'!«
Sie fuhren mit frischen Winden;
Fern, ferne sah ich schwinden
Der Erde Lust und Heil.

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