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Gedichte

Ludwig Uhland: Gedichte - Kapitel 230
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Uhland
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
created20150819
modified20170601
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Romanze vom kleinen Däumling

        Kleiner Däumling! kleiner Däumling!
    Allwärts ist dein Ruhm posaunet.
    Schon die Kindlein in der Wiege
    Sieht man der Geschichte staunen.
Welches Auge muß nicht weinen,
    Wie du liefst durch Waldes Grausen,
    Als die Wölfe hungrig heulten
    Und die Nachtorkane sausten!
Welches Herz muß nicht erzittern,
    Wie du lagst im Riesenhause
    Und den Oger hörtest nahen,
    Der nach deinem Fleisch geschnaubet!
Dich und deine sechs Gebrüder
    Hast vom Tode du erkaufet,
    Listiglich die sieben Kappen
    Mit den sieben Kronen tauschend.
Als der Riese lag am Felsen,
    Schnarchend, daß die Wälder rauschten,
    Hast du keck die Meilenstiefel
    Von den Füßen ihm gemauset.
Einem vielbedrängten König
    Bist als Bote du gelaufen;
    Köstlich war dein Botenbrot:
    Eine Braut vom Königshause.
Kleiner Däumling! kleiner Däumling!
    Mächtig ist dein Ruhm erbrauset.
    Mit den Siebenmeilenstiefeln
    Schritt er schon durch manch Jahrtausend.
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