Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Ludwig Uhland >

Gedichte

Ludwig Uhland: Gedichte - Kapitel 135
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Uhland
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
created20150819
modified20170601
sendergerd.bouillon@t-online.de und andere
Schließen

Navigation:

Die zwo Jungfraun

    Zwo Jungfraun sah ich auf dem Hügel droben,
Gleich lieblich von Gesicht, von zartem Baue;
Sie blickten in die abendlichen Gaue,
Sie saßen traut und schwesterlich verwoben.

Die eine hielt den rechten Arm erhoben,
Hindeutend auf Gebirg und Strom und Aue;
Die andre hielt, damit sie besser schaue,
Die linke Hand der Sonne vorgeschoben.

Kein Wunder, daß Verlangen mich bestrickte
Und daß in mir der süße Wunsch erglühte:
»O, säß' ich doch an einer Platz von beiden!«

Doch wie ich länger nach den Trauten blickte,
Gedacht' ich im besänftigten Gemüte:
»Nein, wahrlich, Sünde wär' es, sie zu scheiden.«

 << Kapitel 134  Kapitel 136 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.