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Gedichte

Ludwig Uhland: Gedichte - Kapitel 112
Quellenangabe
typepoem
authorLudwig Uhland
publisherVerlag Projekt Gutenberg-DE
titleGedichte
created20150819
modified20170601
sendergerd.bouillon@t-online.de und andere
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Die Jagd von Winchester

    König Wilhelm hatt' einen schweren Traum,
Vom Lager sprang er auf,
Wollt' jagen dort in Winchesters Wald,
Rief seine Herrn zuhauf.

Und als sie kamen vor den Wald,
Da hält der König still,
Giebt jedem einen guten Pfeil,
Wer jagen und birschen will.

Der König kommt zur hohen Eich',
Da springt ein Hirsch vorbei;
Der König spannt den Bogen schnell,
Doch die Sehne reißt entzwei.

Herr Titan besser treffen will,
Herr Titan drückt wohl ab:
Er schießt dem König mitten ins Herz
Den Pfeil, den der ihm gab.

Herr Titan fliehet durch den Wald,
Flieht über Land und Meer,
Er flieht wie ein gescheuchtes Wild,
Find't nirgends Ruhe mehr.

Prinz Heinrich ritt im Wald umher,
Viel Reh' und Hasen er fand:
»Wohl träf' ich gern ein edler Wild
Mit dem Pfeil von Königs Hand.«

Da reiten schon in ernstem Zug
Die hohen Lords heran;
Sie melden ihm des Königs Tod,
Sie tragen die Kron' ihm an:

»Auf dieser trauervollen Jagd
Euch reiche Beute ward;
Ihr habt erjagt, gewalt'ger Herr,
Den edeln Leopard.«

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