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Gedichte

Novalis: Gedichte - Kapitel 39
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte / Die Lehrlinge zu Sais
titleGedichte
authorNovalis
year1997
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3150079918
sendergerd.bouillon@t-online.de
created19990808
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Eins nur ist, was der Mensch zu allen Zeiten gesucht hat...

Freiberg, 11. Mai 1798

Eins nur ist, was der Mensch zu allen Zeiten gesucht hat;
Überall, bald auf den Höhn, bald in dem Tiefsten der Welt –
Unter verschiedenen Namen – umsonst – es versteckte sich immer,
Immer empfand er es noch – dennoch erfaßt er es nie.
Längst schon fand sich ein Mann, der den Kindern in freundlichen Mythen
Weg und Schlüssel verriet zu des Verborgenen Schloß.
Wenige deuteten sich die leichte Chiffre der Lösung,
Aber die wenigen auch waren nun Meister des Ziels.
Lange Zeiten verflossen – der Irrtum schärfte den Sinn uns –
Daß uns der Mythus selbst nicht mehr die Wahrheit verbarg.
Glücklich, wer weise geworden und nicht die Welt mehr durchgrübelt,
Wer von sich selber den Stein ewiger Weisheit begehrt.
Nur der vernünftige Mensch ist der echte Adept – er verwandelt
Alles in Leben und Gold – braucht Elixiere nicht mehr.
In ihm dampfet der heilige Kolben – der König ist in ihm –
Delphos auch und er faßt endlich das: Kenne dich selbst.

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