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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 9
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes.

Hör' auf deines Volkes Flehen,
Heiland, laß vorübergehen
Deiner Kirche Todeswehen.

Was ihr deine Huld gespendet,
Ach, ihr Kleinod ist entwendet,
König, deine Braut geschändet.

Räuber haben Hohn gesprochen,
Sind mit Lästerung und Pochen
In dein Heiligtum gebrochen.

Tränen rufen dich und Lieder,
König, sende Hilfe nieder,
Gib ihr ihren Hirten wieder!

Wollest den Gefangnen stärken,
Bei des heil'gen Amtes Werken
Deine Hilf' ihn lassen merken.

Da Sankt Peter war in Nöten,
Eilten Christen mit Gebeten,
Ihren Bischof zu vertreten.

Und als Paulus lag gebunden,
Haben Heil'ge sich gefunden,
Um zu lindern seine Wunden.

Paul und Peter, Kirchensäulen,
Heil'ge Schirmer, wollet eilen
Unsers Vaters Herz zu heilen;

Die, mit zornerfüllten Mienen,
Einst dem Attila erschienen
Und ihn zwangen euch zu dienen.

Wollet nun den Frevler lohnen,
Der zertreten eure Kronen  
Wollet länger sein nicht schonen.

Ärgster aus dem argen Heere,
Fühl' er des Gerichtes Schwere,
Herr, um deines Namens Ehre!

Wappne dich mit deinem Blitze!  
Ihn, der an der Frevler Spitze,
Triff in seinem Höllensitze!

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