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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 85
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Mariä Himmelfahrt.

Darf ich diesem Tal entschweben?
Sel'ger Flug und sel'ger Lauf!
Himmelan mein Herz, mein Leben
Himmelan zu Gott hinauf.

Ganz verschwinden, ganz versinken
Will ich in dem heitern Blau,
Strom des Lichts, ich will dich trinken,
Sei willkommen, Friedensau!

Sohn der Wonnen, Sohn der Schmerzen,
Sel'ger Hoffnung teures Pfand,
Ruhtest zweimal mir am Herzen,
Jetzo reichst du mir die Hand.

Durch die Wolken will ich wallen
Hin zu dir, mein süßes Glück,
Alle Ketten sind gefallen,
Ewig leuchtet mir dein Blick.

Laß mich ruhn an deinen Wunden,
Sonnen mich in deinem Glanz!
Schmerzen, die ich dort gefunden,
Werden hier zum Siegeskranz.

Deine Schätze will ich spenden,
Deines Blutes heil'gen Hort,
Segen von den teuren Händen,
Die der bittre Schmerz durchbohrt.

Weicht, ihr Engel, mit der Krone,
Die ihr mir entgegentragt!
Ob ich auch im Himmel wohne;
Ewig bin ich Gottes Magd.

Weht und spielt ihr süßen Düfte,
Lilien, blühet um mein Grab,
Engelsboten, Liebeslüfte,
Traget meinen Gruß hinab!

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