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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 80
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Am Elisabethstage.

O Zier der deutschen Frauen,
Preis dir, Elisabeth,
Die sonder Scheu und Grauen
Zur Gitterpforte geht,
Um dort mit zarten Händen
Den Armen Brot zu spenden.

Der Heiland, der mit ihnen
An deiner Pforte stand,
Hat in den frommen Mienen
Den frommen Sinn erkannt;
Was du getan den Brüdern,
Wollt' er in Lieb' erwidern.

Er ließ nicht unvergolten
Das ihm geweihte Herz;
Denn als dein Herr gescholten
Und du vergingst in Schmerz,
War er, mit Wundern kräftig,
Zu deinem Trost geschäftig.

Wie durch des Priesters Worte
Die Wandlung wird vollbracht,
Erfuhr man an der Pforte
Des reinen Weibes Macht,
In deinem keuschen Schoße
Erblüht die Wunderrose.

Und nun auf den Altären
Dein holdes Bildnis steht,
Die Gläubigen verehren
Dich freudig im Gebet:
Patrona, mit Gebeten
Wollst uns im Licht vertreten!

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