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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 62
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Das Eisen.

Nur Eisen, nur Eisen,
Gebt mir ein Schwert!
Ich will mich beweisen
Vaterlands wert.

Mich zieht nach Gefechten
Freudiger Mut,
Dem Wahren, dem Rechten
Gehört mein Blut.

Hinein in Gefahren,
Hinan zu den Höhn,
Wo fröhlich die Scharen
Der Brüder stehn!

Vergebens mein Streben,
Die Kampfbegier!
Es zehret am Leben
Die Krankheit mir.

Doch kann ich nicht lassen
Vom Waffenhall,
Muß immer dich fassen,
Heilig Metall.

Macht nimmer dein Blinken
Die Seele mir hell,
So will ich dich trinken
Im Sprudelquell.

O seht, wie es rauschet,
Perlet und gärt!
Ich habe gelauschet
Am tiefsten Herd.

So hell in der Sonne
Wächset der Wein;
Auch unten, o Wonne!
Gibt's ein Gedeihn.

Die Wasser, sie ringen
Sich freudig los,
Die Erze durchdringen
Der Erde Schoß.

So wirke von innen,
Du Eisenflut,
Und stähle mir Sinnen
Und Leib und Mut!

Wie will ich dann stehen,
Ein Eisenmann,
Will eilen und gehen
Zum Kämpferplan,

Die Unbilde rächen
Am Schandgeschlecht
Und streiten und sprechen
Für Gott und Recht.

O heilige Wasser,
Willkommen mir!
Ein liebender Hasser
Trink' ich euch hier.

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