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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 45
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Erneuter Schwur.

Wenn alle untreu werden,
So bleib' ich euch doch treu,
Daß immer noch auf Erden
Für euch ein Streiter sei.
Gefährten meiner Jugend,
Ihr Bilder beßrer Zeit,
Die mich zu Männertugend
Und Liebestod geweiht.

Wollt nimmer von mir weichen,
Mir immer nahe sein,
Treu wie die deutschen Eichen,
Wie Mond- und Sonnenschein.
Einst wird es wieder helle
In aller Brüder Sinn,
Sie kehren zu der Quelle
In Lieb' und Reue hin.

Es haben wohl gerungen
Die Helden dieser Frist,
Und nun der Sieg gelungen,
Übt Satan neue List.
Doch wie sich auch gestalten
Im Leben mag die Zeit,
Du sollst mir nicht veralten,
O Traum der Herrlichkeit.

Ihr Sterne seid mir Zeugen,
Die ruhig niederschaun:
Wenn alle Brüder schweigen
Und falschen Götzen traun,
Ich will mein Wort nicht brechen
Und Buben werden gleich,
Will predigen und sprechen
Von Kaiser und von Reich.

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