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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 42
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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An den Ritter Wolfart von Greifenegg.

Wir hoffen von der Zukunft viel,
Das Recht soll wiederkehren
Und länger nicht der Willkür Spiel
Das deutsche Volk entehren.

Dir nicht, entartetes Geschlecht,
Dir wird das nicht verkündigt.
Du hast mit fremder Magd und Knecht
Dich gar zu schwer versündigt.

So wandle ferner blind und taub,
Zu blöde selbst zum Hoffen;
Sei jedes Drängers guter Raub
Und stets dem Welschen offen.

Doch aus der Ferne steigen schon
Die Kinder frei geboren,
Die hat sich Gott im höchsten Thron
Zu seinem Volk erkoren.

Die sogen an der Freiheit Brust,
Schon unterm Mutterherzen
Empfanden sie die Siegeslust
Und auch des Landes Schmerzen.

Die schauen erst im rechten Glanz,
Warum wir alle werben,
Die sollen Waffen, sollen Kranz,
Die blut'gen, von uns erben.

Drum wollen wir die Gegenwart
Mit rechter Treu' verwalten
Und, was die junge Welt erharrt,
Versuchen zu gestalten.

Wir haben lang ans Kreuz gelegt
Den Willen wie die Ehren,
Was auch die Hölle noch erregt,
Mag fürder uns nicht stören.

Wir streuen froh den Samen aus,
Die edlen Körner fallen:
Wir werden zu des Vaters Haus
Doch ohne Schande wallen.

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