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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 27
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Die Deutschen an ihren Kaiser.

Deutscher Kaiser! deutscher Kaiser!
Komm zu rächen, komm zu retten,
Löse deiner Völker Ketten,
Nimm den Kranz, dir zugedacht.

Kannst ja doch nicht von uns lassen;
Schworst ja bei der Furt am Maine,
Dich zu ein'gen dem Vereine
Alter Väterherrlichkeit.

Schau', wir halten treu am Bunde,
Unser Hoffen, unser Sehnen
Ruft nicht Schweden, meint nicht Dänen,
Will nur dich und uns und Gott.

Komm in deiner heil'gen Rüstung!
Segnend winken, zürnend mahnen
Dich die kaiserlichen Ahnen,
Rufen dich zur Völkerschlacht.

Mild wie Hirten, stark wie Felsen
Stieg er von den Alpen nieder,
Gab dem Reich den Kaiser wieder,
Rudolf, deines Hauses Hort.

Preis dem wackern Gemsenjäger!
Ruhm in Fehden, Ruhm in Frieden,
In Gedichten Ruhm beschieden
Dir, o ritterlicher Max.

Als das heil'ge Reich sich trennte,
Niedersanken alte Festen,
Blinder Irrtum zwang die Besten
Dreißig bange Jahre lang,

Achtend nicht der zarten Kindlein,
Priester halb und halb ein Ritter,
Glaubensfels im Ungewitter,
Stand der fromme Ferdinand.

Deutscher Kaiser! deutscher Kaiser!
Säumst du? schläfst du? auf, erwache!
Komm zur Sühne, komm zur Rache  
Sei ein Rudolf, sei ein Karl!

Ruf uns in des Reiches Namen,
Lenk' uns mit den alten Fahnen,
Auf des deutschen Adlers Bahnen
Blüht uns immer noch der Sieg.

Was du lenkest, was du herrschest,
Alle folgen froh und willig,
Alle finden's recht und billig,
Ausfluß höchster Majestät.

Schone nimmer der Empörer;
Bann und Acht ob ihrem Leben!
Blitzesstrahlen sind gegeben
Dir in kaiserliche Hand.

Wirf nicht fort, was Gott geboten;
Wieder auf entsühntem Throne,
In der alten heil'gen Krone
Sei der Stern der Christenheit!

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