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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 25
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Auf seines Bruders Tod.

Er focht in sieben Schlachten,
Er war ein deutsches Blut,
Gefahr hieß ihn verachten
Sein stiller Kriegesmut.

Das Schwert an seiner Linken,
Er nannt' es seine Braut;
Geneigter Blicke Winken,
Das schien ihm kaum so traut.

Bei Hochkirch ihn umfangen
Hab' ich mit Liebesgruß
Und ahnungsvoll empfangen
Den letzten heißen Kuß.

Es schlug die schöne Stunde,
Da ward sein Busen rot,
So blutet an der Wunde
Ein edler Hirsch sich tot.

Tragt nach den Riesenbergen
Den kranken Ritter nun,
Es darf ja nicht bei Zwergen
Der fromme Degen ruhn.

Der Väter freie Erde
Er sich erlesen hat,
Du, Stadt des Hirsches, werde
Für ihn die Ruhestatt.

Das schwarze Kreuz, das blaue,
Hängt auf dem Grabesbaum,
Daß jeder Pilger schaue,
Wer träumt hier seinen Traum.

Fahr, Bruder, wohl, Gespiele
In froher Kinderzeit,
Du schrittest vor zum Ziele,
Du Jüngerer, wie weit.

Die Hoffnung ließ mich kommen,
Ob ich dich lebend fänd'?
Doch du warst aufgenommen
Ins reine Element.

Zeuch hin, wo Karl der Große,
Wo Gottfried, Balduin
Die Siegs- und Todeslose
Für Gottes Krieger ziehn.

Wohl größre Sünden büßen
Kann solch ein Glaubenstod:
Den Vater magst du grüßen
Im ew'gen Morgenrot.

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