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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 24
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Auf Scharnhorsts Tod.

Mel.: Prinz Eugen, der tapfre Ritter.

In dem wilden Kriegestanze
Brach die schönste Heldenlanze,
Preußen, euer General.
Lustig auf dem Feld bei Lützen
Sah er Freiheitswaffen blitzen,
Doch ihn traf der Todesstrahl.

»Kugel, raffst mich doch nicht nieder,
Dien' euch blutend, werte Brüder,
Führt in Eile mich gen Prag.
Will mit Blut um Östreich werben,
Ist's beschlossen, will ich sterben,
Wo Schwerin im Blute lag.«

Arge Stadt, wo Helden kranken,
Heil'ge von den Brücken sanken,
Reißest alle Blüten ab,
Nennen dich mit leisen Schauern,  
Heil'ge Stadt, nach deinen Mauern
Zieht uns manches teure Grab.

Aus dem irdischen Getümmel
Haben Engel in den Himmel
Seine Seele sanft geführt.
Zu dem alten deutschen Rate,
Den im ritterlichen Staate
Ewig Kaiser Karl regiert.

»Grüß euch Gott, ihr teuren Helden,
Kann euch frohe Zeitung melden,
Unser Volk ist aufgewacht.
Deutschland hat sein Recht gefunden,
Schaut, ich trage Sühnungswunden
Aus der heil'gen Opferschlacht.«

Solches hat er dort verkündet,
Und wir alle stehn verbündet,
Daß dies Wort nicht Lüge sei.
Heer, aus seinem Geist geboren,
Jäger, die sein Mut erkoren,
Wählet ihn zum Feldgeschrei!

Zu den höchsten Bergesforsten,
Wo die freien Adler horsten,
Hat sich früh sein Blick gewandt;
Nur dem Höchsten galt sein Streben,
Nur in Freiheit konnt' er leben,
Scharnhorst ist er drum genannt.

Keiner war wohl treuer, reiner,
Näher stand dem König keiner,  
Doch dem Volke schlug sein Herz.
Ewig auf den Lippen schweben
Wird er, wird im Volke leben,
Besser als in Stein und Erz.

Laß uns deine Blicke scheinen,
Darfst nicht länger mehr beweinen,
Schöne Gräfin, seinen Fall.
Meinen's alle recht in Treue,
Schau', dein Vater lebt aufs neue
In des deutschen Liedes Schall.

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