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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 17
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Landsturm.

Die Feuer sind entglommen
Auf Bergen nah und fern,
Ha, Windsbraut, sei willkommen,
Willkommen, Sturm des Herrn.

O zeuch durch unsre Felder
Und reinige das Land,
Durch unsre Tannenwälder,
Du Sturm von Gott gesandt.

Ihr Türme, hoch erhoben
In freier Himmelsluft,
So zauberisch umwoben
Von blauem Wolkenduft.

Wie habt ihr oft gerufen
Die andachtvolle Schar,
Wenn an des Altars Stufen
Das Heil zu finden war.

Die Wetter oft sich brachen
Vor eurem Glockenklang:
Nun führt ihr andre Sprachen,
Es klingt wie Brautgesang.

Das Land ist aufgestanden  
Ein herrlich Osterfest  
Ist frei von Sklavenbanden,
Die hielten nicht mehr fest.

Wo, Tod, sind deine Schrecken,
O Hölle, wo dein Sieg,
Und Satan, wie dich decken
In diesem heil'gen Krieg?

Beschritten ist der Grenze
Geweihter Zauberkreis,
Nicht mehr um Eichenkränze
Ficht Jüngling nun und Greis.

Nun gilt es um das Leben,
Es gilt ums höchste Gut,
Wir setzen dran, wir geben
Mit Freuden unser Blut.

Du liebende Gemeine,
Wie sonst am Tisch des Herrn
Im gläubigen Vereine,
Wie fröhlich strahlt dein Stern!

Wie lieblich klingt, wie heiter
Der Losung Bibelton:
Hie Wagen Gottes, Gottes Reiter,
Hie Schwert des Herrn und Gideon.

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