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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 143
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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An das Herz.

Laß legen sich die Ungeduld!
Sei stille, Herz, nur stille!
Dort oben waltet Vatershuld,
Der neige sich dein Wille.

Was schauest du so viel herum
Und hast so viele Worte?
Bald wird doch alles still und stumm
An einer dunkeln Pforte.

Wir werden alle stumm und still
In unsre Gräber ziehen,
Ob einer dort sich regen will,
Vergebens ist sein Mühen.

Laß fahren, Herz, die Ungeduld,
Zur Ruhe mußt du kommen,
Und wirf dich in die Vaterhuld,
Das einzig bringt dir Frommen.

Und wenn wir dann so manches Jahr
Im stillen Grabe lagen,
Wird uns ein Morgen hell und klar
Im fernen Aufgang tagen.

Da stillt sich Durst und Ungeduld
In seinen roten Gluten,
Da will des ew'gen Vaters Huld
In Strömen niederfluten.

Drum sei nur stille, Herz, sei still,
Bald legen sich die Wellen,
Der alles hat und geben will,
Wird deine Nacht erhellen.

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