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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 139
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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An Wilhelm von Scharnhorsts Geburtstage.

Wie wir uns hier gefunden
In diesem holden Tal,
So bleiben wir verbunden
In einem heil'gen Strahl.
Wir freuen uns der Flammen,
Die unsre Brust genährt,
Die Flammen alle stammen
Von einem großen Herd.

Wir grüßen dich in Treue,
Du treues Heldenkind,
Und bleiben ohne Reue
Dir immer wohlgesinnt.
Wohlauf, mit frischem Herzen
Zeuch fröhlich durch die Welt;
Die Wehmut und die Schmerzen
Beschleichen doch dein Zelt.

Nun hat ein Jahr begonnen,
Es fließe selig hin,
Die Leiden wie die Wonnen
Bereiten dir Gewinn.
Was alte Lieder singen
Und manches liebe Bild,
Und was die Becher klingen,
Wird alles noch erfüllt.

Laß uns die Blicke lenken
Hinauf zum Himmelsschloß,
Des Vaters laß uns denken,
Der gern sein Blut vergoß:
Denn weil in deinen Säften
Das Blut des Helden quillt,
Bist du so stark in Kräften
Und bist so fromm und mild.

O heil'ger, heil'ger Boden,
O teures Vaterland,
Wie selig ruhn die Toten
In deinem kühlen Sand;
Wie schallen helle Lieder
Durch deine Felder weit,
Wie sind die wackern Brüder
Zu kühner Tat bereit!

Den heute wir beschließen,
Der Bund soll stets gedeihn:
Solang die Mosel fließen
Wird in den grünen Rhein,
Solang noch Traubenhügel
Ein Hauptquartier erfreun
Und unsrem Geiste Flügel
Verleiht der edle Wein!

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