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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 137
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Der Spaziergang.

Auf dem Leinpfad geht sie gern
    Längs dem holden Rheine,
Angeblickt vom Abendstern,
    Einsam und alleine.

Wie der Blick sich hebt und senkt,
    Wie die Wünsche schweifen,
Was sie dichtet, was sie denkt,
    Kann's ein Mensch begreifen?

Auf dem Leinpfad geht sie gern
    Längs dem holden Rheine,
Denket rückwärts froh und fern
    In das Tal der Leine.

Morgenglanz, o Jugendlust,
    Sterne, Blumen, Bäume,
Erster Hauch der jungen Brust,
    All ihr frühen Träume!

Wollet stets das liebe Kind
    Auf dem Pfad geleiten,
Spiel' um sie, du Abendwind,
    Wie um Harfensaiten!

Erste Lieb' und erster Gruß
    Aus dem Tal der Leine,
Weht sie an wie Geisterkuß
    Auf dem Pfad am Rheine!

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