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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 127
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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Als er in Frankenberg bei Aachen wohnte.

Ich zieh' in euch, ihr Mauern,
Mit Wehmut und mit Lust,
O Vorzeit, reich an Schauern,
Du ziehst in meine Brust.

Ihr Wände habt belauschet
Des alten Kaisers Glück,
Von Saitenklang durchrauschet,
Erhellt vom Sonnenblick.

Hier hat der Held gesessen,
Als ihm sein Lieb entschlief  
Die Lust war unermessen,
Das Leid war viel zu tief.

Und was ihn so gekränket,
Was ihm sein Herz bezwang,
Liegt hier im See versenket
Schon tausend Jahre lang.

Der Ring von seiner Lieben,
Den trug sie an der Hand,
In dem ein Wort geschrieben
Von ew'gem Liebespfand;

Den hat der See verschlungen  
Da war der Karl geheilt.
Der Pilger blickt gezwungen
Zur Tiefe nun und weilt.

Wohl jeder hat getrunken
Vom Becher voll und süß,
Wohl jedem liegt versunken
Ein frühes Paradies.

Drum ist der See so trübe,
Mit Laub und Schilf bedeckt,
Weil ihren Gram die Liebe
Gern aller Welt versteckt.

Ihr Glück läßt Liebe scheinen
Und zeigt es unverstellt;
Doch muß die Liebe weinen,
So flieht sie vor der Welt.

O Sehnsucht allgewaltig,
Halb dunkel, halb bewußt,
O Sehnsucht, vielgestaltig
Beschleichst du meine Brust.

Ich will nun in die Felder
Und an die klaren Seen,
Durchschweifen grüne Wälder
Und alte Felsenhöhn!

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