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Max von Schenkendorf: Gedichte - Kapitel 113
Quellenangabe
typepoem
authorMax von Schenkendorf
titleGedichte
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
editorEdgar Groß
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20151005
projectid5a867da8
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An Goethe.

Nun hab' ich dich gesehen,
Du hohes Heldenhaupt,
In fernen, sel'gen Höhen,
Von frischem Kranz umlaubt.

Apollos goldner Bogen
Der Stirne lichter Bau,
Ein Firmament, umzogen
Von ewig klarem Blau.

Das milde, weise Lächeln,
Das um die Lippe wallt,
Wie linder Weste Fächeln
Zu mildern die Gewalt.

Wie traten aus dem Dunkeln
Die Formen klar und rein,
Die Blicke sah ich funkeln
Wie goldner Sterne Schein.

Mit Worten dich zu grüßen,
Hat Stolz mich nie verführt,
Die Hand nur möcht' ich küssen,
Die so die Saiten rührt.

Du Herzog sondergleichen,
Du sel'ger Dichterfürst,
Der du in deinen Reichen
Doch ewig herrschen wirst!

O laß dir's noch gefallen
Hienieden gern und lang;
Auch in des Äthers Hallen
Tönt ja nur dein Gesang.

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