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Gutenberg > Theodor Körner >

Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 83
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Zu Paer's Romanze: Tu veux le donc &c.

Das, Mädchen, kannst Du mir befehlen?
Wie sehr es schmerzt, es muß geschehn!
So fürchterlich kannst Du mich quälen?
Ich soll Dich nimmer wiedersehn?
    Doch der Liebe Freund ist der Morgen,
        Süßer lächeln die Lüfte mir –
    Soll ich, Helene, Dir gehorchen,
        Diesen Tag vergönne nur mir!

Doch als des Tages Flammen glühten,
Ich aus den Augen Dich verlor,
Da strahlte mir aus Rosenblüthen
Dein liebes, süßes Bild hervor.
    Jede Blume wird Dir gleichen,
        Grünt im Herzen der Liebe Gewalt;
    Lass mich am Abend, soll ich entweichen,
        Einmal noch schauen die Engelsgestalt!

Die Sonne war ins Meer gesunken,
Zum fernen Lande eilt' ich schon,
Da hallte von des Himmels Funken
Mir Deines Namens Zauberton.
    Wohin sich nur die Augen lenken,
        Klingt Deine Stimme mit fesselnder Macht,
    Drum – soll ich nimmer an Dich denken,
        Ach, so vergönne mir diese Nacht!

Die Nacht erscheint mit süßem Bangen,
Der Schlummer übertäubt den Schmerz.
Mir träumt, ich halte Dich umfangen
Und drück Dich liebend an das Herz.
    Sterben will ich für Dich mit Freuden,
        Aber verlassen kann ich Dich nicht.
    Soll ich auf ewig – auf ewig Dich meiden,
        Lass' mich nur noch bis zum morgenden Licht!

Auch morgen wird Aurora glühen,
Die Rose bleibt der Augen Lust;
Ich hör' der Sterne Harmonien
Und drück' Dich träumend an die Brust.
    Wer kann der Liebe Kraft ermessen?
        Immer sich gleich bleibt der Tage Reihn.
    Ach, soll ich Dich auf ewig vergessen,
        Lass' mich nur ewig noch bei Dir sein!

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