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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 69
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Trinklied

Jeder Orden und jede Landsmannschaft hatte ihre besondern Farben. »Schwarzrothgold« gab es damals noch nicht.

Gedichtet 1810, als Körner in Leipzig studirte.

Auf! schwärmt und trinkt, geliebte Brüder!
    Wir sind uns Alle herzlich freund,
Sind eines großen Bundes Glieder,
    Im Leben wie im Tod vereint.
Und trotz der Zeiten Sturm und Graus,
Wir halten treu und redlich aus.

Ich bring' dem schwarzrothgrünen Bande,
    Das unsre Herzen sanft umzog,
Dem theuern deutschen Vaterlande,
    Aus voller Brust ein donnernd Hoch!
Wir schwuren ja, ihm treu zu sein
Und Kraft und Leben ihm zu weihn!

So lasst uns unsern Schwur erneuen,
    Den kein Verhängniß je geschwächt,
Und Herz und Hand dem Freunde weihen
    Für Freiheit, Liebe, Kraft und Recht!
Ja, Deutschland soll gedeihn und blühn
Und hoch in Kraft und Liebe glühn.

Hört, wackre Brüder, hört, ich weihe –
    Verrätherei sei schwer gerächt! –
Dem großen Bunde ew'ge Treue
    Für Freiheit, Liebe, Kraft und Recht!
In Kraft und Liebe will ich glühn,
Und für das Recht den Schläger ziehn.

So ist der Bund aufs Neu' beschworen,
    Das Glück soll freudig ihn umwehn!
So haltet fest, was wir erkoren,
    Der Brüder Freiheit soll bestehn.
Es lebe Lieb' und Vaterland!
Und hoch das schwarzrothgrüne Band!

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