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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 66
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Worte der Liebe

    Worte der Liebe, Ihr flüstert so süß,
Wie Zephyrswehen im Paradies,
Ihr klingt mir im Herzen nah und fern;
Worte der Liebe, ich trau' Euch so gern.
Streng mag die Zeit, die feindliche, walten,
Darf ich an Euch nur den Glauben behalten.

    Wol giebt es im Leben kein süßeres Glück,
Als der Liebe Geständniß in Liebchens Blick;
Wol giebt es im Leben nicht höhere Lust,
Als Freuden der Liebe an liebender Brust.
Dem hat nie das Leben freundlich begegnet,
Den nicht die Weihe der Liebe gesegnet.

    Doch der Liebe Glück, so himmlisch, so schön,
Kann nie ohne Glauben an Tugend bestehn;
Der Frauen Gemüth ist rein und zart,
Sie haben den Glauben auch treu bewahrt.
Drum traue der Liebe, sie wird nicht lügen,
Denn das Schöne muß immer, das Wahre muß siegen.

    Und flieht auch der Frühling dem Leben vorbei,
So bewahrt den Glauben doch still und treu!
Er lebt, wenn hier Alles vergeht und zerfällt,
Wie ein Strahl des Lichts aus der bessern Welt;
Und tritt auch die Schöpfung aus ihren Schranken,
Der Glaube an Liebe soll nimmer wanken.

    Drum flüstert Ihr Worte der Liebe so süß,
Wie Zephyrswehen im Paradies,
Drum klingt im Herzen noch nah und fern,
Drum, Worte der Liebe, drum trau' ich Euch gern.
Und wenn im Leben nichts Heiliges bliebe,
Ich will nicht verzagen, ich glaube an Liebe.

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