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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Bitte

Du hast es mir in einer schönen Stunde
    Halb zugesagt;
Und war die Bitte auch zu kühn gewagt,
    Im Munde
Bescheidner Liebe ist kein Wort verwegen;
    Und wenn der Morgen noch so zeitig tagt,
Die Sonne lächelt doch dem Freund entgegen!

Um eine Locke hab' ich Dich gebeten.
    Kannst Du dem Flehn
Der treusten Liebe grausam widerstehn?
    Die Fäden
Des Menschenlebens winden Zauberhände;
    Nur wo der Liebe stille Blüthen wehn,
Da hat des Erdgeists finstres Reich ein Ende.

Gieb mir die Locke! Auf dem treuen Herzen
    Bewahr' ich sie,
Ein Talisman für Sturm und Phantasie.
    Verschmerzen
Will ich die Perlen in den trüben Blicken,
    Den rauhen Eingriff in die Harmonie,
Kann ich sie sehn und an die Lippen drücken.

Es ist so schön, die Menschen glücklich machen;
    Du kannst es jetzt.
O, nicht den schönen Augenblick verletzt!
    Es wachen
Viel gute Geister über unsre Schmerzen,
    Und ob man Augen trocknet oder netzt,
Das schreiben sie in ihre klaren Herzen.

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