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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 45
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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In der Nacht

Ich bin Dir nah, nur eine dünne Mauer
            Trennt mich von Dir.
Du träumst wol schon im sanften Schlummerschauer,
            Vielleicht von mir.

Auf diesem Pfühl, der oft in heil'ge Weihe
            Dich eingewiegt,
Ruht jetzt dies Herz, das Dir voll Muth und Treue
            Entgegenfliegt.

Mir ist's, als blühten aller Sehnsucht Keime
            Melodisch auf,
Als stiegen geisterflüsternd Deine Träume
            Zu mir herauf.

Ich fühle plötzlich in den dunklen Locken
            Ein leises Wehn;
Die Ahnung ruft, die vollen Adern stocken,
            Die Pulse stehn. –

Es war Dein Geist, und heilig auf der Wange
            Fühlt' ich den Kuß;
An Deiner Lippen küssendem Gesange
            Kannt' ich den Gruß.

Es war Dein Geist! Es war der Hauch der Liebe!
            Hast mein gedacht!
O, daß sie ewig, ewig, ewig bliebe,
            Die schöne Nacht!

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