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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 29
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Erinnerung

Zuerst mit geringen Abweichungen abgedruckt in Becker's »Taschenbuch zum geselligen Vergnügen«, 1812.

    Schweigend in des Abends Stille
Blickt des Mondes Silberlicht.
Wie es dort mit üpp'ger Fülle
Durch die dunkeln Blätter bricht!

    Wolken ziehn auf luft'gen Spuren
Tanzend um den Silberschein,
Und es wiegen sich die Fluren
Sanft zum süßen Schlummer ein.

    Und mit Aeolsharfentönen
Grüßt mich die vergangne Zeit,
Und mich faßt ein heißes Sehnen
Nach verschwundner Seligkeit.

    Bist Du ewig mir verloren,
Meiner Liebe Paradies?
Ach, es klingt in meinen Ohren
Deine Stimme noch so süß;

    Weckt mit allgewalt'gen Worten
Mich aus der gewohnten Ruh,
Ruft in himmlischen Akkorden
Meiner heißen Sehnsucht zu.

    In den Tiefen meines Lebens
Braust es auf mit Ungestüm;
Doch der Ruf erklingt vergebens, –
Ach, nicht folgen darf ich ihm.

    In des Lebens bunten Räumen
Ist mein Ideal verblüht,
Dämmert nur in meinen Träumen,
Lispelt in des Sängers Lied.

    Konnt' ich's lebend nicht erwerben,
Soll es hier doch ewig blühn,
Mit mir leiden, mit mir sterben
Und mit mir hinüber ziehn!

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