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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 25
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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An den Frühling

          Frühling, ich grüße Dich!
          Frühling, umschließe mich
Mit Deinem jungen aufkeimenden Leben,
Mit Deinem Hoffen und Deinem Streben!
   Wie das Leben sich regt in Deinen Keimen,
   Und freudig, wie Deine Blumen blühn,
   So ist es auch Frühling in meinen Träumen,
   So wird auch mein Herz wieder jung und grün.

Aber der Blüthen stille Keime
   Und der Blätter lebendiges Grün,
Es sind vergängliche schöne Träume,
   Die beim Erwachen schnell entfliehn.
Kommt nicht der traurige Winter wieder? –
Ach, dann schweigen der Nachtigall Lieder,
    Und in das weitoffne, kalte Grab
    Sinkt seufzend das blühende Leben hinab!

Aber was kümmern mich künftige Schmerzen,
   Und daß sie vergänglich ist, diese Lust?
Bleibt es doch Frühling in meinem Herzen,
   Bleibt es doch Frühling in meiner Brust.

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