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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 20
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Violenblau

Im Wundereinklang ist das Leben
Der Menschenbrust mit der Natur;
Was jener als Gefühl gegeben,
Geht' hier in lichter Farbenspur.

Der Blätter Grün, das uns in Lenzen
Mit neuer Lebensfülle freut,
Wird hier zu ew'gen Hoffnungskränzen
Zur Ahnung einer bessern Zeit.

Des tiefen Himmels klare Bläue,
Der Lüfte dunkle Harmonie,
Du findest sie als heil'ge Treue
In Deines Herzens Poesie.

Des Morgenrothes Prachtgefieder,
Das uns des Tages Grüße reicht,
Erkennst Du in der Liebe wieder,
Wie sie verklärt zum Lichte fleugt. –

Doch Roth und Blau stand sich entgegen,
Und Lieb' und Treue war getrennt, –
Sieh, da vermählte Gottes Segen
Der Farben geistig Element.

Das Rothe mischte sich dem Blauen
In der Viole Frühlingsluft,
Und Lieb' und heiliges Vertrauen
Ward Freundschaft in der Menschenbrust.

So prangt des Lebens schönste Farbe,
Ins volle Blüthenthum gestellt,
So harrt die reichste Hoffnungsgarbe
Dem Schnittertag der bessern Welt. –

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