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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 187
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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An Schwester Emma

Trägt in der Handschrift des Dichters das Datum »den 19. April 1810«.

Vor Luisens Bilde.

Lächle nur immer, Du liebliches Bild; so weilt auf dem Sänger
    Ruhig der himmlische Blick, der mich sonst flüchtig nur trifft. –
Ach, wie das Auge spricht, so sanft, voll unendlicher Güte,
    Und wie der Anmuth Reiz lieblich das Köpfchen umweht! –
Freundlich stehst Du nur da, ich glaube die Stimme zu hören,
    Und so vollend' ich in mir fröhlich den fröhlichen Traum! –
Was der Musik nicht gelingt, und wo die Dichtkunst verzweifelt,
    Dauer dem hohen Genuß heil'ger Momente zu leihn,
Und der Schönheit Geist auf einmal mit freudigem Leben,
    Wie eine Stimme von Gott, still in die Seele zu wehn,
Das vermag die bildende Kunst, die höchste der Schwestern,
    Und in der Farben Pracht strahlt die vollendete Form. –
Nur durchs Gehör vernimmst Du das Lied des begeisterten Sängers,
    Und auch der Töne Gewalt kömmt durch das Ohr und ins Herz;
Aber es spiegelt die Form sich sanft im Sterne des Auges,
    Und durch den edleren Sinn dringt auch die edlere Kunst.

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