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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 185
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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modified20170915
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Den 21. Januar 1809.

Im vollen Taumel heißer Liebeswonne
Glänzt freudig mir des Lebens goldne Sonne,
Hellflammend durch des Morgens Rosenthore
                Im Strahlenflore.

Zum schönsten Erdenglück bin ich gesegnet;
Du, Heilige, bist liebend mir begegnet,
Längst strahltest Du mir, wie im Kranz der Sterne,
                In weiter Ferne.

Da wich die Nacht, das Licht der Seele tagte! –
Als ich den Blick kühn zu erheben wagte,
Ward es mir klar, was mir das Herz erfüllte,
                In Deinem Bilde.

Bei Deiner Stimme sanften Harmonien
Faßt mich Begeisterung mit heil'gem Glühen,
Und Wonne quillt mir, seliges Entzücken,
                Aus Deinen Blicken.

Wär' es wol Liebe, die im Herzen lodert
Und stolz der Seele volle Allkraft fodert,
Wollt' ich die Mauern muthig nicht berennen,
                Die uns noch trennen?

Und soll ein Wort aus Deines Mundes Hauche,
Ein süßer Blick aus Deinem Himmelsauge,
Ein Lächeln, sich der Gottheit zu bemeistern,
                Mich nicht begeistern?

Mit ew'gen Banden hältst Du mich umschlungen,
Nur eine Sehnsucht hat das Herz durchdrungen;
Drum schwör' ich Dir in heil'ger Liebesweihe
                Den Schwur der Treue.

Mag auch die Zeit mich feindlich jetzt umtoben,
Sink' ich nur einst, zur Flammengluth erhoben,
Wenn meine Thaten ernst am Ziele fußen,
                An Deinen Busen.

An Deiner Brust wollt' ich die Welt vergessen,
Mich an Glückseligkeit mit Göttern messen.
Ach! aller Sehnsucht Ziel ist liebetrunken
                In Dir versunken.

Sanft, wie das Lied sich wiegt in Zaubertönen,
Sollte mich Liebe jeder Qual versöhnen,
Den Dornenkranz mit Rosenpracht verweben
                Und ewig leben.

Droht einst des Schicksals ehrne Kraftzerstörung,
Mein Engel flüstert mir des Trostes Wort: Verklärung!
Und sterbend kann in Deinen Liebesarmen
                Das Herz erwarmen.

Wenn ich vollendet dann der Gruft entsteige,
Wandl' ich noch einsam in des Himmels Reiche;
Dort find' ich nicht der Seele stillen Frieden,
                Von Dir geschieden.

Da harr' ich Dein am Thor der Paradiese,
Bis ich verklärt den Geist der Liebe grüße;
Dann schweben wir, geführt von Lieb' und Wahrheit,
                Zur ew'gen Klarheit.

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