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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Sehnsucht nach dem Rhein

Was zieht mich ein tiefes glühendes Treiben
    In die blaue Ferne mächtig hinaus?
Es läßt mich nicht rasten, es läßt mich nicht bleiben,
    Es drückt mich die Mauer, es engt mich das Haus.

Ich muß in die Welt, ich muß ins Freie,
    Nicht widerstehen mag ich dem Drang;
Und was ich empfunden, bewahr' ich mit Treue
    Und geb' es Euch wieder in Lied und Gesang.

Aber nicht nach Griechenland's reichen Palästen,
    Nicht nach dem ewigen herrlichen Rom:
Es zieht mich hinüber, es zieht mich nach Westen,
    Zu Dir, zum Rhein, an den deutschen Strom,

Wo Leben und Lieben mit tieferen Freuden
    In heiligen Tönen die Seele hebt,
Und wo aus der Väter goldenen Zeiten
    Ein freier Geist noch die Fluren durchwebt.

Du hast der Barden Geheimniß verstanden,
    Hast früher Meister Lieder belauscht
Und wie eitlem alten treuen Bekannten
    Von jeher dem Sänger zugerauscht.

So ruf auch mir zu: Willkommen, Lieber!
    Ich wollte Dir danken aus voller Brust
Und brächte ein freies Herz mit hinüber
    Voll Muth und Gesang und voll freudiger Lust.

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