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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 154
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Der Weltschöpfer

In veränderter Gestalt ist dasselbe Gedicht, welches zuerst im Becker'schen Taschenbuch für 1812 stand, auch in Körner's versificirter Posse »Der Nachtwächter« abgedruckt.

    Als Knabe war Gottlieb ein kleiner Teufel,
An Schelmstücken kam kein Andrer ihm nah,
Und immer war er, ganz sonder Zweifel,
Wo irgend im Dorf etwas Dummes geschah.

    Drum mocht' auch geschehen, was immer wollte,
So mußt' es Gottlieb gewesen sein;
Und daß er sogleich es gestehen sollte,
War's üblich, ihn mächtiglich durchzubläun.

    Dies machte, daß er, um dergleichen Gebühren
Nicht zwier zu empfahen, sogleich gestand. –
Einst wollte der Pfarrer ihn examiniren,
Da dunkelt' es plötzlich um seinen Verstand.

    Ernst frug, wer die Welt erschaffen habe,
Der Pfarrer mit strengem Angesicht;
Und höchlich erschrocken rief der Knabe:
»Das, Herr Magister, das weeß ich nicht.«

    Da zürnte der Pfarrer: Du schlimmer Geselle,
Sprich, wer hat die Welt erschaffen? Sprich!
Und sagst Du mir's nicht gleich auf der Stelle,
Zerprügl' ich den Rücken Dir jämmerlich.

    Da glaubte der Bub', er wäre verlesen,
Und schluchzte: »Ach, lass' Er den Ziemer nur ruhn!
Ich will's ja gestehen, ich bin es gewesen,
Und will es auch nimmermehr wieder thun.«

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