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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 143
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Vor dem Grabmal in Penzing

In dem Dorfe Penzing bei Wien befindet sich das schöne, 1612 errichtete, von dem Florentiner Bildhauer Antonio Finella in Carrarischem Marmor ausgeführte Grabdenkmal der Frau von Rottmann. Dasselbe stellt eine weibliche Gestalt dar, die kaum noch mit der Fußspitze eine auf Granit-Sockel und Würfel ruhende Granit-Kugel berührt, den Blick nach oben gerichtet, die eine Hand den Schleier aufhebend, die andere eine Lilie an das Herz drückend.

Der Staub zerfällt, die letzten Stürme toben,
    Des Lebens rauhe Töne sind verklungen,
    Und durch des Grabes stille Dämmerungen
    Schwingt die befreite Seele sich nach oben.

Schon ist der Erde düstrer Kreis bezwungen,
    Die Nebel sind aus ihrer Bahn zerstoben,
    Den Schleier hat die kühne Hand gehoben,
    Ins Meer des Urlichts ist der Blick gedrungen.

Ein Lilienstrauß, bedeutungsvolle Sprossen,
    Die nur den Kelch der Sonne aufgeschlossen,
    Sind ihres Sieges freudige Genossen. –

Die Phantasie bewegt die Marmorglieder,
    Das Vaterland empfängt den Engel wieder,
    Und Ahnung dämmert aus der Heimath nieder.

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