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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 128
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Am Grabe Kraft's

O, ruhe sanft! In Deinen schönsten Tagen,
    Wo Lieb' und Kunst Dich freundlich eingesungen,
    Hat Dich der Tod mit kalter Faust gezwungen,
    Der schönen Erde Lebewohl zu sagen.

Von Deines Strebens Adlerflug getragen,
    Bist Du schon früh ins Heiligthum gedrungen,
    Hat Dich der Einklang höchster Kunst durchklungen,
    Das große Ziel des Meisters zu erjagen.

Mit Jugendfülle standst Du kühn im Leben,
    Da warf Dich schnell Dein Schicksal auf die Bahre;
    Wir konnten nichts, als um den Bruder weinen.

Doch dort verklärt sich ja Dein heil'ges Streben,
    Wo Kunst und Glauben, wo das Schön' und Wahre
    Zur ew'gen Liebe göttlich sich vereinen.

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