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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 121
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Geistliche Sonnette.

1. Christus und die Samariterin

Am Brunnen Jakob's in Samarien's Auen
    Fühlt' einst der Herr nach Kühlung ein Begehren;
    »Weib, lass' mich Deinen Krug voll Wasser leeren!«
    So rief er sanft zu einer nahen Frauen.

Die spricht: »Wie magst Du, Fremdling; mir vertrauen?
    »Im Tempel nur kann man den Herrn verehren,
    »So lehret Ihr; wollt nicht mit uns verkehren,
    »Weil wir auf Berges Höhn Altäre bauen.«

Da sprach der Herr zu ihr mit ernsten Worten:
    »Ein neuer Glaube wird ins Leben treten;
    »Es löst die Nacht der Völker sich in Klarheit.

»Des Herren Tempel stehet aller Orten.
    »Gott ist ein Geist, und wer zu ihm will beten,
    »Der bet' ihn an im Geist und in der Wahrheit.«

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