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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 105
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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7. Charade

Was uns die ersten Silben freundlich nennen,
Das ist dem Menschen wunderbar verwandt;
Einst werden wir das Räthselbild erkennen,
Von oben sonst den Vätern oft gesandt,
Wenn sich die Seele wird vom Körper trennen
Und einzieh'n in das alte Vaterland;
Da mag es freundlich in der Jugend Prangen
Mit zarten Liebestönen uns empfangen.

Die dritte Silbe baut sich auf der Erde,
Und ist dem Menschen immer werth und lieb;
Und leichter trägt er seines Tags Beschwerde,
Wenn's drin nur froh und ohne Kummer blieb.
Ach, wie so gern er zu ihm wiederkehrte,
So ihn das Schicksal in die Ferne trieb;
So er hinaus muß in das wilde Leben,
Er scheidet still, doch bleibt er ihm ergeben.

Das Ganze prangt auf steilen Felsenhöhen
Als ein Vermächtniß der Vergangenheit,
Durch seine Mauern flüstert Geisterwehen
Wie stille Träume jener bessern Zeit.
Und wo hinaus die trunknen Blicke sehen,
Hat die Natur den Brautschmuck ausgestreut,
Als sollte hier die dritte Silbe prangen,
Die beiden ersten würdig zu empfangen.

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