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Gedichte

Theodor Körner: Gedichte - Kapitel 10
Quellenangabe
typepoem
authorTheodor Körner
titleGedichte
publisherGustav Hempel
seriesTheodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150218
projectidb7b1768e
modified20170915
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Das Reich des Gesanges

Was waltet süß in heil'ger Macht,
Was schimmert in der Sterne Pracht,
    Dem Himmlischen verschwistert?
Wer lichtet uns der Erde Grund,
Wenn tönt das Lied aus Sängers Mund,
    Das durch die Saiten flüstert?
            Hoch entwogend
            Schwillt der Busen,
            Und die Musen
            Treten näher,
Froh umschweben sie den Seher.

Und in den Tönen wird es klar
Und stellt sich kühn dem Auge dar,
    Als Götterbild zu prangen.
Die Harmonie ergreift das Herz
Und schwingt sich mit ihm himmelwärts
    Und will' das Wort empfangen.
            Mächtig, prächtig,
            Nie versunken
            Glänzt der Funken;
            Hingezogen
Fliegen sie durch luft'ge Wogen.

Und höher als des Tages Licht
Entfliehen sie, ermatten nicht;
    Da blüht das Reich der Lieder,
Da funkelt Hellas' Poesie,
Und jauchzend stürzt die Harmonie
    Zu ihren Füßen nieder.
            Klingend, singend
            Schimmern Sterne
            In der Ferne;
            Ueber Sonnen
Ist des Sängers Ziel gewonnen.

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