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Gedichte

Georg Heym: Gedichte - Kapitel 46
Quellenangabe
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typenarrative
authorGeorg Heym
titleGedichte
booktitleGeorg Heym Lesebuch
publisherVerlag C.H.Beck
editorHeinz Rölleke
year1987
isbn3406328288
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120525
projectid63b9d62a
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Eine Stadt hing dunkel ...

Eine Stadt hing dunkel, entlang einem Himmel voll Winden,
Der sich schwarz und regnend gewischt
Vor dürftigem Mond. Und die Bäume unten
Machten ein furchtsames Wind-Gezisch.

Alle Straßen krochen vor uns in die Ferne.
Alle Tiere flohen oben im Raum.
Und dunkel herunter die traurigen Sterne
Fielen weit am dunklen Saum.

Jemand schluchzte. Jemand ging und zerstieß
Seine Hand an den Bäumen der wehenden Nacht.
Jemand betete fern. Und ein anderer sprach
Seine bitteren Reden gegen den hohlen Wind.

An den Gräbern gingen wir fort, wo die Toten saßen
Stumm auf den Hügeln mit Kronen und weißem Kleid.
Niemand sprach noch ein Wort. Ihre Zähne nur fraßen
Von unseren Händen das bröckelnde Fleisch.

Selber wir waren nun Tote und blasse Gerippe.
Zogen hinan, in dem Sturm und Regen genarrt.
Plötzliche Schläge mit Stahl und der grausamen Hippe,
Heißes Gelächter [netzete unseren] Bart.

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