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Gedichte

Georg Heym: Gedichte - Kapitel 42
Quellenangabe
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typenarrative
authorGeorg Heym
titleGedichte
booktitleGeorg Heym Lesebuch
publisherVerlag C.H.Beck
editorHeinz Rölleke
year1987
isbn3406328288
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120525
projectid63b9d62a
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Die Hölle I

Und Finsternis bedeckt die weiten Räume,
Als hätte sich der Satan aufgerichtet
Und würfe seinen Schatten durch das All.

Divus Grabbe, Herzog Theodor von Gothland

Ich dachte viel der Schrecken zu erfahren,
Als ich an ihren hohen Toren stand,
Abgründe rot und Meere voller Brand
Hinter den großen Riegeln zu gewahren,

Und sah ein Land voll ausgespannter Öde,
Und Monde bleich, wie ein paar starre Tränen.
Man gab mir keinen Gruß zurück. Nur blöde
Sahn mich die Schatten an mit lautem Gähnen.

Die Unterwelt, sie gleicht zu sehr der Erde:
Im Schlamm des Hades lag ein Krokodil.
Man warf auch hier nach seinem Kopf zum Spiel,
Vielleicht mit etwas müderer Gebärde.

Wanderer gingen in den Sonntagsröcken,
Sie sprachen von den Sorgen dieser Wochen
Und freuten sich, wenn junge Falten krochen
Aus ihrer Freunde Stirn wie Dornenhecken.

Laternen wurden durch die Nacht geschwungen,
Und einen Toten trug man uns vorbei.
Er war im ewig grauen Einerlei
Vor Langeweile wie ein Pilz zersprungen.

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