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Gedichte

Georg Heym: Gedichte - Kapitel 39
Quellenangabe
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typenarrative
authorGeorg Heym
titleGedichte
booktitleGeorg Heym Lesebuch
publisherVerlag C.H.Beck
editorHeinz Rölleke
year1987
isbn3406328288
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120525
projectid63b9d62a
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Die Wanderer

Endloser Zug, wie eine schwarze Mauer,
Die durch die Himmel läuft, durch Wüstenei
Der winterlichen Städte in der Trauer
Verschneiter Himmel, und dem Einerlei

Der Riesenflächen, die sich fern verlieren
In endlos weißes Weiß am fernen Saum.
Die Stürme wehn, die wie durch Kammern führen
Sie weit von Himmelsraum zu Himmelsraum.

[Die Länder sind verödet, leer von Stimmen,
Vom Winter wie mit weißem Moos vereist.
Die Raben, die in grauen Höhen schwimmen,
Ziehn auf dem Zug, der endlos weiterreist.

Wie eine ungeheure schwarze Schlange
Ist durch die leeren Himmel er gespannt.
Er wälzt sich fort, wo fern im Untergange
Die rote Sonne dampft in trübem Brand.]

Die Meilensteine fliegen auf den Wegen
Den Wandrern zu, vorbei ins Himmelsgrau,
Die wie Maschinen schnell sich fortbewegen,
Wie um die Winden läuft ein schwarzes Tau.

Das weiße Haar umtost von Winterwinden,
Ziehn sie hinab und ziehn. Der krumme Stumpf
Der Weiden, die von Lasten Schnees erblinden,
Begleitet sie mit bitterem Triumph.

Der Abend steht am Rand, die schwarze Fahne
Trägt seine Faust. Er senkt sie vor dem Zug,
Die Wandrer ziehn hinab zum Ozeane
Der Nacht, zu dunkler Himmel bösem Flug.

Durch Gräber, Höhlen, zu den Riesentalen,
Wo weiß von Mitternacht die Meere gehn,
Und wie ein Stein ruht schwarz das Haupt der Qualen,
Die schnell wie Wolkenschatten drüberwehn.

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