Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Heym >

Gedichte

Georg Heym: Gedichte - Kapitel 31
Quellenangabe
pfad/heym/gedicht2/gedicht2.xml
typenarrative
authorGeorg Heym
titleGedichte
booktitleGeorg Heym Lesebuch
publisherVerlag C.H.Beck
editorHeinz Rölleke
year1987
isbn3406328288
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120525
projectid63b9d62a
Schließen

Navigation:

Verstreute Gedichte aus dem Nachlaß

Die Stadt in den Wolken

Die Wolken lagen gleich getürmten Quadern
An hoher Wolkenfeste felsger Pforte,
Und brannte gleich des Marmors bunten Adern
Rotgoldner Spalten eine breite Borte

Hoch um das Tor. Und steile Türme hoben
Sich durch die hellen Lüfte in den weiten
Dämmernden Raum. Es schien, aus Gold gewoben
Ein Flammenmeer um ihren Fuß zu gleiten.

Und prachtvoll rauschte in gewaltgem Strome
Das Meer des Lichts, in lauter Glanz zu spinnen
Die hellen Kuppeln und die blauen Dome,
Ragender Tempel und Paläste Zinnen.

Doch stumm war alle Pracht. Und nicht die Laute
Des frohen Volkes schollen von den Gassen
Und von des Markts Gewühl. Ein Schweigen braute
Unheimlich, starr, als hätt das Volk verlassen

Schon lang die Stadt. Und lange schon vergaßen
Die Menschen ihren Namen. Gräbermale
Nur längst Gestorbner flammten ihre Straßen
Im Abendrot und spätem Sonnenstrahle.

Da wogten um sie hurtig dunkle Schatten
Und leckten an dem Glanz, daß bald ertrunken
War alles Licht auf breiten Marmorplatten,
Und schnelle war die hohe Stadt versunken.

 << Kapitel 30  Kapitel 32 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.