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Gedichte

Georg Heym: Gedichte - Kapitel 25
Quellenangabe
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typenarrative
authorGeorg Heym
titleGedichte
booktitleGeorg Heym Lesebuch
publisherVerlag C.H.Beck
editorHeinz Rölleke
year1987
isbn3406328288
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120525
projectid63b9d62a
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Die Tänzerin in der Gemme

Lange verschlossen, tief im runden Steine
Mit einem Trauerbaum und wenig Zweigen,
Noch dreht sie um den Hals den sanften Schleier
Und geht in leisem Tanz in stiller Feier.

Immer noch fort, wo schon die Götter starben
Über den Inseln, und draußen gezogen
Ist das Meer unter schläfrigen Wolken,
Unter den Ufern murrte die Woge.

Orpheus ging einst. Und sie sann seiner Schritte
Durch die Schluchten herunter zur stillen Ebene
Da sie lag im Schilf mit den wolligen Herden.
Aber ferne ging die Flöte des Gottes

Über der grünen Ruhe der toten Fluren,
Die so einsam sang ihre Traurigkeit,
Grauen Gewölben, über den Weiden weit,
Wo die Tiere lagen mit tiefem Hörne.

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