Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Otto Erich Hartleben: Gedichte - Kapitel 96
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke Band 1
authorOtto Erich Hartleben
year1911
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleGedichte
pages222
created20120130
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Die Kirschenblüte

        Und wieder wandl ich unter Blütenbäumen:
weiß alle Zweige, hellbraun erst die Blätter.
In mir ist Ruh, als ob ich horchen müßte,
und sinnend schau ich in das Abendrot. –
Da brech ich eine kleine Kirschenblüte
und hefte sie mir ernsthaft an den Rock
und gehe weiter. Weiter schau ich schweigend
nach Westen, und mir ist, als würd es dunkler.

Da füllen Tränen plötzlich meine Augen.
Ich wende sie vom Horizonte ab . .
ich bin gequält, doch weiß ich nicht wodurch . .
und ich gewahre, daß die Kirschenblüte,
die weiße, kaum erschloßne Frühlingsblüte
mir schon entfallen ist. Umsonst – umsonst
brachst du sie nun, sie haftet nicht bei dir.

 


 

 << Kapitel 95  Kapitel 97 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.