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Otto Erich Hartleben: Gedichte - Kapitel 71
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke Band 1
authorOtto Erich Hartleben
year1911
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleGedichte
pages222
created20120130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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VI

        . . . O wüßtest du, wie hold mit Übermacht
das Zucken jeder Fiber dich durchwühlt,
wenn meine Lippen sprachlos Wonne flüstern
in deinen Leib . . . O wüßtest du, wie wild
im Taumel deine Glieder beben lernen,
als wollten sie dem Leben sich entwinden
und ewig glühn in Wollustfieberflammen . . .
O wüßtest dus! – Es ist ein Wunder, ja!
und wer da zweifelt, wird es nimmer finden.
Doch glaube nur – ach, lehne dich zurück,
gib über deine Glieder mir Gewalt –
und wie dem Trüben, dem die Sonne langsam
aufschließt das Herz, bis sie ihn warm durchströmt,
so wird auch dir ein unaussprechlich Glück,
berauschend ein Geheimnis sich enthüllen.
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