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Otto Erich Hartleben: Gedichte - Kapitel 28
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke Band 1
authorOtto Erich Hartleben
year1911
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleGedichte
pages222
created20120130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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            Ich bin rasiert und trage keine Locke,
sogar die Bürste gönn ich meinem Rocke.
Ich bin durchaus kein lyrischer Tenor,
nur was ich heiß durchlebt, trag ich euch vor.

Nicht zart allein ins schwelgende Gefühl
verlier ich mich – auch in der Welt Gewühl.
Und seh das Schöne nicht und Edle nur,
ich kenne der Gemeinheit breite Spur.

Ich seh den Schmutz am Lumpenrock des Sklaven,
ich seh den Schmutz im Herzen manches Braven.
Und sprech es aus, was Kopf und Herz empört,
und freue mich, wenns euch die Ruhe stört.

Und ob ihr Klugen auch mein Wollen höhnt –
und ob ihr Frommen mich entsetzt verpönt –
und ob ihr Zarten meine Worte flieht –
hart ist das Leben, hart sei auch mein Lied!

 


 

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