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Otto Erich Hartleben: Gedichte - Kapitel 167
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke Band 1
authorOtto Erich Hartleben
year1911
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleGedichte
pages222
created20120130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Dichter

                Ists nicht im Grunde wesenloser Tand,
    was ich in Reimen aneinander füge?
    Ists nicht im Grunde eine bunte Lüge,
was ich in müßig heitrem Spiel erfand?

Scheint dir mein Reimgebäude imposant?
    Merkst du denn nicht, wie keck ich dich betrüge,
    dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge,
den mir der Zufall grade legt zur Hand? –

Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele!
    Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu
der allerzartsten Gegenstände viele

    hoch durch die Luft – es glückt ihm Coup auf Coup,
denn alles kehrt zurück zu ihm – dem Ziele . . .
    Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!

 


 

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